Methodik: So ist der ADHS-Test aufgebaut
Aufbau
Der Test besteht aus 80 Aussagen in 8 Dimensionen mit je 10 Items. Jede Aussage wird auf einer fünfstufigen Skala beantwortet („Nie“ bis „Sehr oft“). Die Items werden über die Dimensionen gemischt ausgespielt, damit keine Antwortmuster entstehen.
Die 8 Dimensionen
- Aufmerksamkeit & Fokus: Fähigkeit, Aufmerksamkeit zu halten und Ablenkungen auszublenden.
- Innere Unruhe & Hyperaktivität: Körperliche und innere Rastlosigkeit — bei Erwachsenen oft nach innen verlagert.
- Impulsivität: Handeln und Sprechen vor dem Nachdenken, geringe Frustrationstoleranz beim Warten.
- Organisation & Planung: Exekutive Funktionen: strukturieren, priorisieren, Dinge zu Ende bringen.
- Zeitwahrnehmung & Aufschieben: Zeitgefühl, Pünktlichkeit, Anfangen ohne äußeren Druck.
- Emotionale Regulation: Stabilität der Stimmung, Umgang mit Kritik, Zurückweisung und Frust.
- Alltag & Auswirkungen: Konkrete Folgen im Beruf, in Finanzen, Beziehungen und beim Selbstwert.
- Kindheit & Verlauf: Rückblick: Waren die Muster schon in Kindheit und Jugend da?
Wissenschaftlicher Hintergrund
Alle Items sind eigene Formulierungen, fachlich orientiert an den diagnostischen Kriterien des DSM-5 für ADHS im Erwachsenenalter sowie an der Forschung zu exekutiven Funktionen, Zeitwahrnehmung und emotionaler Dysregulation bei Erwachsenen mit ADHS. Die Dimension „Kindheit & Verlauf“ bildet ab, dass ADHS definitionsgemäß in der Kindheit beginnt — hohe Werte ohne Kindheitsmuster werden in der Auswertung ausdrücklich als differenzialdiagnostischer Hinweis markiert.
Grenzen
Ein Selbsttest kann Hinweise geben, aber keine Diagnose stellen. Konzentrations- und Antriebsprobleme können viele Ursachen haben, unter anderem Depressionen, Angststörungen, Schlafstörungen oder Schilddrüsenerkrankungen. Eine verlässliche Abklärung leistet nur eine fachärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung mit Anamnese und klinischem Urteil. Dieser Test ist bewusst kein normiertes klinisches Instrument und ersetzt keines.