Methodik: So ist der Autismus-Test aufgebaut
Aufbau
Der Test besteht aus 70 Aussagen in 7 Dimensionen mit je 10 Items. Jede Aussage wird auf einer fünfstufigen Skala beantwortet („Trifft nie zu“ bis „Trifft fast immer zu“). Die Items werden über die Dimensionen gemischt ausgespielt, damit keine Antwortmuster entstehen.
Die 7 Dimensionen
- Soziale Intuition: Ungeschriebene Regeln, Zwischentöne und Gruppendynamik intuitiv erfassen.
- Kommunikation: Wörtliches Verstehen, Blickkontakt, nonverbale Signale, Gesprächsfluss.
- Routinen & Veränderung: Bedürfnis nach Gleichbleibendem, Umgang mit Planänderungen und Übergängen.
- Sensorische Verarbeitung: Empfindlichkeit für Geräusche, Licht, Berührung, Gerüche und Texturen.
- Spezialinteressen & Fokus: Intensive, tiefe Interessen; Blick für Details, Muster und Systeme.
- Masking & Erschöpfung: Bewusstes Anpassen und Überspielen — und was es an Kraft kostet.
- Kindheit & Verlauf: Rückblick: Waren die Muster schon in der Kindheit erkennbar?
Wissenschaftlicher Hintergrund
Alle Items sind eigene Formulierungen, fachlich orientiert an den DSM-5-Kriterien der Autismus-Spektrum-Störung sowie an der Forschung zu spät diagnostiziertem Autismus im Erwachsenenalter — einschließlich Camouflaging/Masking, das in klassischen Screenings oft fehlt und als eigene Dimension erfasst wird. Die Dimension „Kindheit & Verlauf“ bildet ab, dass Autismus angeboren ist.
Grenzen
Ein Selbsttest kann Hinweise geben, aber keine Diagnose stellen. Soziale Erschöpfung und Reizempfindlichkeit können auch andere Ursachen haben, unter anderem soziale Angststörung, ADHS oder ausgeprägte Introversion. Eine verlässliche Abklärung leistet nur eine fachärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung mit Anamnese und klinischem Urteil. Dieser Test ist bewusst kein normiertes klinisches Instrument und ersetzt keines.